Der Wald von Brocéliande

Merlin und Vivian von Gustav DoreAls Kind hörte Félix Belamy Geschichten über den Wald von Brocéliande und seine sagenhaften Bewohner. Über Merlin, Morgan la Fey und den weißen Ritter Lancelot. Seine Mutter, die direkt vom Rand des Waldes, Montfort sur-Men, stammte, erzählte sie ihm und er lauschte gebannt.

Für immer verzaubert von diesem mythischen Ort, widmete er als erwachsener Mann, als Arzt, Chemiker und Toxikologe, seine freie Zeit, der Sammlung und Untersuchung von allen möglichen Quellen Brocéliandes – schriftlicher, wie Wace oder Chrétien de Troyes, aber auch der Quellen im wörtlichen Sinne, der Fontaine de Breton. Bei der Fontaine de Breton unternahm er auch chemische Wasseranalysen. Nach 30 Jahren Arbeit, 1896 erschien sein Hauptwerk "La forêt de Brocéliande". Er beschreibt darin auch die Flora und Fauna des Waldes.
Wald, Steine und Heide„Sie [die Feen] kennen die Steine und die Pflanzen und ihre geheimen Kräfte; sie verstehen es, die sechs mystischen Pflanzen der Druiden zu pflücken
  • Das geheimnisvolle Sélago oder Goldkraut, das alle Macht auf Erden verleiht und das Augenlicht wiedergibt
  • Das Eisenkraut (Verveine), die vorzüglich privilegierte Pflanze, die ihrem Wesen nach heilig ist und unfehlbar reinigt, die Pflanze der Vorsehung und der Liebestränke
  • Samolus und Bilsenkraut (Jusquiame), zwei heilbringende Pflanzen für das Vieh
  • Die Primel, Vorbote des ungeduldig erwarteten Frühlings, deren Anblick dem Herzen der Leidenden süße Hoffnung schenkt.
Und schließlich der Klee mit seinen dreiblättrigen Blättern, ein Allheilmittel gegen Wunden und Symbol für unzugängliche Mysterien.“

Seite 280 (Kapitel XII, „Les Fées“)

Was er nicht beschreibt sind Pilze, bei all den Feen kein "cercles de fées".
Gab es hier einfach keine Pilze? Sonja und ich haben nachgesehen.
Es war knochentrocken. Der Wald hatte seit 4 Monaten keinen Regen mehr gesehen. Tierschädel
Schlechte Grundvoraussetzungen, um Pilze aufzustöbern. Im Waldstück zwischen dem See dem Lancelot angeblich entstiegen ist und dem Tal ohne Wiederkehr, in dem Morgan la Fey ihre Liebhaber versteckt gehalten haben soll, wurden wir doch fündig.
NadelholzbraunporlingEin Nadelholzbraunporling – Phaeolus schweinitzii oder Dyer's Polypor. Der letzte Name geht auf die Künstlerin Miriam C. Rice zurück, die Anfang der 1970er-Jahre am Mendocino Art Center in Kalifornien begann, Pilze zum Färben von Garn und Papier einzusetzen. Wer weiß, vielleicht nutzten die bretonischen Kelten auch lange davor die Färbemagie dieses Pilzes, wie es die Schotten mit Flechten bis heute tun.